Gestern war es endlich soweit!!! Nach 6 Monaten Training traten wir beim San Francisco Marathon 2008 an! Um 4:25 Uhr klingelte der Wecker und exakt zwei Stunden spaeter fiel der Startschuss fuer „Wave 8″, die letzte der Startergruppen, in der alle Laeufer, die voraussichtlich mehr als 4 Sunden 45 Minuten brauchen wuerden, zusammengefasst wurden. Die Strecke fuehrte zunaechst vom Embarcadero aus an den Piers entlang zu Golden Gate Bruecke. Meine Laufgruppe hatte vorher beschlossen, dass wir versuchen werden zumindest die ersten paar Meilen zusammen zu laufen. Das erwies sich jedoch als recht schwierig, da ein ganz schoenes Getuemmel herrschte und am ersten Huegel nach 2.5 Meilen, bei dem sich die Strasse auch noch verengte, verloren Aurelie, Chris und ich den Rest der Gruppe bereits.
Der steilste Huegel des Rennens war vor der Golden Gate Bruecke zu bezwingen und dann durfte ich endlich ueber meine Lieblingsbruecke laufen. In beiden Richtungen war jeweils eine Spur fuer die Laeufer gesperrt, waehrend auf den anderen Spuren spaerlicher Sonntag-Morgen-Verkehr rollte, der die Laeufer mit lautem Hupen anfeuerte. Anschliessend verlief der Kurs durch den Presidio mit schoenen Ausblicken auf die Pazifikkueste und dann zum Golden Gate Park, wo wir uns von den Halbmarathonlaeufern der ersten Haelfte verabschiedeten (unsere Halbmarathon-Zwischenzeit lag bei 2:24:05).
Tanja und Willy hatten sich im Park strategisch guenstig postiert um uns gleich 3 mal anzufeuern und tolle Fotos zu machen. So weit, so gut… bis zur Meile 15 lief alles wunderbar… aber dann machte mir meine rechte Zeigezehe (oder wie auch immer man die Zehe neben dem grossen Zeh nennt) zu schaffen. Sie fing an hoellisch weh zu tun. Spaeter zu Hause musste ich feststellen, dass sich eine riesengrosse Blase an der Stelle befand, an der frueher mal meine Zehe war! Auf den naechsten zwei Meilen muss ich dann wohl eher unbewusst meinen Laufstil geaendert haben um zu viel Druck auf die Zehe zu vermeiden, das fuehrte jedoch dazu, dass sich mein ganzes rechtes Bein verkrampfte. So musste ich mich bei Meile 17 von Aurelie und Chris verabschieden und mehr Gehpausen einlegen um zu verhindern, dass mich mein Bein ganz im Stich laesst. Vom Golden Gate Park aus fuehrte die Strecke einmal quer durch die Stadt an die Bay zurueck. Zunaechst machten meine Beinmuskeln immer mehr dicht, so dass ich von Meile 19 bis 23 mehr schlecht als recht immer wieder abwechselnd eine Minute gelaufen/gehumpelt und eine Minute gegangen bin und mich ein Teil meiner Laufgruppe wieder eingeholt hat. Die kurzen Laufintervalle und Gehpausen schienen zu helfen mein Bein wieder etwas zu entspannen und die letzten 2 Meilen liefen wieder ganz gut, so dass ich den Zieleinlauf wieder geniessen konnte und nach 5 Stunden, 5 Minuten und 34 Sekunden uebergluecklich meine erste offizielle Marathonziellinie ueberqueren und mir die fette Finisher-Medaille umhaengen lassen durfte!!!
Allen, die mich waehrend des Trainings unterstuetzt und mir die Daumen gedrueckt haben ein riesengrosses Dankeschoen!!! Das war wirklich eine tolle Erfahrung und es ist ein super Gefuehl sich dieser Herausforderung gestellt und sie bewaeltigt zu haben!!! Das wird hoffentlich nicht mein letzter Marathon gewesen sein und ich habe mir fest vorgenommen beim naechsten mal die 5 Stunden Grenze zu knacken
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